Die TSP:

Im Impedanzverlauf deutet sich eine Störstelle um 1250 Hz an, sowie mehrere kleinere Resonanzen zwischen 8 und 14 kHz, die sich entsprechend als Störung im Frequenzgang wiederfinden.Die Resonanzfrequenz ist wegen der harten Einspannung (Stichwort: zweite Sicke) nur gering vom Anregungspegel abhängig, sie ändert sich bei Erhöhung der Anregung von -18 auf -6 dB im Mittel nur um 1.1%. Auf eine Messung bei den beiden höchsten Pegelstufen wurde "aus Altersgründen" verzichtet.Um die Chassis durch die Zusatzmasse nicht zu beschädigen wurden nur die rudimentären TSPs ermittelten - das Fehlen von Vas ist zu verschmerzen, da diese Chassis wegen ihrer sehr hohen Gesamtgüte ohnehin nur in offenen Gehäusen eingebaut werden dürften, außerdem liegt der Nutzbereich deutlich oberhalb der Resonanzfrequenz ;-)Beide Chassis zeigen nur einen geringen Unterschied der Resonanzfrequenz, aber der Gleichstromwiderstand und vor allem die Gütewerte schwanken stark. Auch der gemessene Wirkungsgrad (Mittelwert 6.7 bis 13.3 kHz) unterscheidet sich um 0.68 dB.Die Chassis wurde vorher nicht eingerauscht - sie dürften genügend Betriebsstunden auf der Membrane haben . . .Basierend auf den ermittelten TSPs sind in einer "unendlichen" Schallwand Überhöhungen von 17.7 dB bei 736 Hz (links) bzw. 19.7 dB bei 745 Hz (rechts) zu erwarten.{tab Frequenzgang}Der Frequenzgang:Zunächst wurde untersucht, wie sich der Frequenzgang unterscheidet, wenn man das Chassis von vorne bzw. von hinten einbaut. In beiden Fällen zeigt sich ein dreigeteilter Verlauf:

  • zwischen 1 und 5 kHz verläuft der Frequenzgang einigermaßen linear (Mittelwert ca. 88 dB/2.83V/m)
  • um 700 Hz gibt es eine Überhöhung um ca. 7 dB
  • zwischen 6.7 und 13.3 kHz gibt es ein Plateau (Mittelwert 100.52 dB, Standardabweichung +/- 1.30 dB) - dies ist der nutzbare Frequenzbereich

Durch den Einbau von hinten geht der Pegel im Nutzbereich wegen des 2 cm größeren Abstands zum Mikrofon leicht zurück. Zusätzlich ergeben sich auf Achse Überhöhungen bei 4.7 kHz (+ 3 dB) und zwischen 1 und 2 kHz (bis zu + 5 dB) -> das vollständige Messprogramm wurde daher nur mit von vorne eingebautem Chassis gemacht.Bereits unter 15° fällt der 1670-DU15 im Nutzbereich weitgehend parallel um 5 dB ab, bei höheren Winkeln sind es im Mittel sogar ca. 15 dB. So lässt sich durch leichte Änderung des Hörwinkels die "richtige" Hochtondosis einstellen.Wegen der starken Bündelung im Nutzbereich (6.7 bis 13.3 kHz) verläuft der winkelgewichtete Schalldruck zwischen 1 und 13 kHz weitgehend linear - mit einem 8 dB tiefen und ca. 1 Oktave breiten Einbruch um 4 kHz. Die größte Schallleistung wird in der Nähe der Resonanzfrequenz um 700 Hz abgestrahlt - da ist eine Filterung mit 6 dB pro Oktave nicht wirklich optimal . . .Die Streuung der beiden Chassis auf Achse ist im Nutzbereich sehr gut - und das nach über 60 Jahren . . .

Pseudorauschen > 200 Hz (0°. 15°. 30°. 45°. 60°; MP3 42 kB)


Kommentare

vr-crack
1 jahr vor
Diese Lautsprecher gibt es seit 1954. Schon erstaunlich, dass sie überhaupt noch funktionieren. Ich seh sie trotzdem eher für absolute Liebhaber, Sammler oder das Hifi Museum.

Ein möglicher Anwendungsfall käme mir da noch in den Sinn. In manchen Gegenden ist es beliebt, Jugendliche mittels hochfrequenter Nervgeräusche von bestimmten Plätzen zu vertreiben (sehr fragwürdig). Dafür ist diese Hochtontaschenlampe sicher gut geeignet.
Kapton
1 jahr vor
Ich mache mir wirklich garnichts aus den alten Pappen, aber es ist schon beeindruckend, mit welchen Mitteln man damals ganz anständige Chassis gebaut hat.
Danke für den Test

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