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Im Artikel Männerbox aus den 80ern - die AUDAX Pro 38 haben wir den Anlieferungszustand der Lautsprecher beschrieben:

  • leider war ein Hochtöner defekt, der andere zeigte Werte, die sich deutlich von den Herstellerangaben unterschieden
  • die Mitteltöner funktionierten zwar noch, zeigten aber unterschiedliche Werte > 3 kHz; außerdem fehlte Absorptionsmaterial im Mitteltongehäuse
  • die Tieftöner funktionierten, hatten aber bereits einmal neue Schaumstoffsicken bekommen, wobei da nicht sehr sauber gearbeitet worden war

Es war ursprünglich nur geplant die AUDAX Pro38 mit HYPEX-FusionAmps zu aktivieren und auf den Hörraum des Kunden einzumessen. Nachdem feststand, dass Mittel- und Hochtöner nicht mehr auf der Höhe waren schlugen wir mehrere Alternativen vor:

Alternative 1 (preiswert):
Austausch der Hochtöner durch CIARE PT383; diese erlauben eine Trennfrequenz von 3 kHz, so dass die alten Mitteltöner (die sich erst > 3 kHz unterschieden) weitergenutzt werden können.
Zusammen mit 2x HYPEX FA253 (je ca. 650 €‚¬) würde dies ca. 1460 €‚¬ kosten

Alternative 2 (moderat):
Austausch der Hochtöner durch CIARE PT383 und Austausch der Mitteltöner durch AUDAX PR170Z0, damit die Lautsprecher auch die nächsten 20 Jahre gut überstehen.
Zusammen mit 2x HYPEX FA253 (je ca. 650 €‚¬) würde dies ca. 1760 €‚¬ kosten

Alternative 3 (in die Vollen):
Austausch der Hochtöner durch eine Kombination aus CELESTION CDX1-1430 und dem Hochtonhorn FAITALPRO STH-100 - dieses Horn harmonierte gut mit dem weitgehend baugleichen CDX1-1425 (s. Test) und wurde auch schon in der TwoBar und der Piwo Party-PA erfolgreich eingesetzt. Hiermit sind deutlich höhere Schalldruckpegel als mit Alternative 1 oder 2 möglich, ähnlich den originalen Hochtönern.
Austausch der Mitteltöner durch AUDAX HM210Z10, damit eine niedrigere Trennfrequenz zum Tieftöner möglich ist.
Zusammen mit 2x HYPEX FA503 (je ca. 790 €‚¬) würde dies ca. 2200 €‚¬ kosten

Der Kunde entschied sich für Alternative 3 nach dem Motto: wenn schon, denn schon! Schließlich kamen ja noch viele Stunden Arbeit und das Einmessen vor Ort hinzu . . .

Das Mitteltongehäuse konnte weitergenutzt werden, da die Chassisausschnitte entsprechend erweitert werden konnten:

Die Chassis wurden - wie auch schon vorher - nicht eingefräst. Dafür wurde dieses Mal aber Absorptionsmaterial eingebracht ;-).
Das HYPEX-Modul wurde in das Bassgehäuse eingebaut. Wegen der Verstrebung der Rückwand konnte es nur quer eingebaut werden, was aber laut User Guide S. 13 kein Problem ist. Die Satelliten wurden mit einem kurzen SPEAKON-Kabel angeschlossen. Außerdem musste natürlich ein Innengehäuse nachgerüstet werden, denn sonst funktioniert die Bassreflex-Unterstützung nicht mehr richtig (wegen der Lüftungsöffnung des FA503 steigt die Abstimmfrequenz dann auf 50 Hz -> Tiefbass ade).

 

Messungen im RAR:

Um die Funktion und das Zusammenspiel der Komponenten zu überprüfen haben wir in unserem ReflexionsArmen Raum (kurz: RAR) ein erstes Setup erstellt. Dabei kam es uns besonders auf das Zusammenspiel von Mittel- und Hochtöner an und auf das korrekte Timing aller 3 Chassis.


Hinweis: der Hochtöner hing an Kanal 3, der einen geringeren Verstärkungsfaktor hat

Es wurden akustische Trennfrequenzen von 350 Hz (Übergang TT/MT) und 2 kHz (Übergang MT/HT) angestrebt, wobei der gefilterte Frequenzgang akustisch der Zielfunktion Linkwitz-Riley mit einer Flankensteilheit von 24 dB/Oktave folgen sollte - welche elektrische Filterfunktion, Trennfrequenz und sonstige Verbiegung auch immer dafür notwendig ist.

So sieht dann der Frequenzgang von Mittel- und Hochtöner aus (einzeln und Summe), wobei der Mitteltöner um 299us (= 102.6 mm bzw. 28 Samples bei 93750 Hz) verzögert werden musste (Messabstand 50 cm, Höhe zwischen MT und HT):

Für die Überlagerung zwischen TT und MT wurde die Mikrofonhöhe geändert (nun zwischen TT und MT) und der Pegel des Tieftöners angepasst (+ 6 dB):


Hinweis: der Tieftöner musst "nur" um 149us verzögert werden

Zur Sicherheit wurde noch der 2. Satellit mit demselben Setup gemessen:

Abschließend wurde das horizontale Rundstrahlverhalten in 1 m Messabstand auf Höhe Übergang MT zu HT gemessen:

Das vertikale Rundstrahlverhalten wurde durch Variation der Mikrofonhöhe gemessen, wobei eine Veränderung um X cm in 1 m Abstand dem Programm als X€° "verkauft" wurde:

Den größten Einfluss gibt es knapp oberhalb der Trennfrequenz bei ca. 2.4 kHz. Dort sinkt der Pegel 20 cm unterhalb des Referenzpunktes (ca. 1 m über dem Boden) um ca. 4 dB ab - in 3 m Hörabstand (was für diese Box schon wenig wäre) wäre das eine Hörposition, die 60 cm unter dem Referenzpunkt zwischen MT und HT ist, also etwa 40 cm über dem Boden. Hier noch die "klassische" Darstellung mit verschiedenfarbigen Frequenzgangkurven:


-> Bei einer Variation der Mikrofonhöhe von -10 cm bis +20 cm weichen die Kurven weniger als +/- 1 dB ab!

 

Messungen in unserem Hörraum:

Mit diesem Setup sind wir dann - ohne weitere Anpassungen - in unseren Hörraum umgezogen. Dabei war im Bass- und Grundtonbereich natürlich kein perfekter Frequenzgang zu erwarten:


- der Bereich zwischen 80 und 160 Hz ist etwa 3 dB zu laut
- um 300 Hz (knapp unter der Trennfrequenz TT/MT) gibt es einen Einbruch
- der Hochtonbereich > 4 kHz ist etwa 2 dB zu laut

Da es wenig Sinn machte das Setup für unseren Hörraum zu optimieren (der Hörraum des Kunden macht ja höchstwahrscheinlich ganz andere Frequenzgangverbiegungen) wurde das Setup kurzerhand per Dirac Live® entzerrt. Und so misst sich das dann mit Wedeltechnik:


- der Bereich zwischen 80 und 160 Hz wurde zurückgenommen
- um 300 Hz gibt es keinen Einbruch mehr
- der Hochtonbereich > 4 kHz ist nicht mehr zu laut
- und die Schwankungen im Bassbereich wurden deutlich geringer

Und das hörte sich schon extrem gut an! Die Räumlichkeit war sehr gut, Madonna stand beim Stück Vogue ganz weit links und ganz weit rechts (fast +/- 90€° vom Hörplatz). Und wenn man bei Yello etc. mal am Gasgriff drehte wurde das Grinsen immer breiter . . .

Bevor wir mit den Boxen zur Einmessung beim Kunden gefahren sind haben wir noch ein Paar Abonnenten zum Hören eingeladen um noch andere subjektive Rückmeldungen zu bekommen. Hier ein paar Zitate aus dem Thread "#Audax Pro 38, größer geht immer":

 

autom Ja, es war zeitweise sehr laut, aber es fällt bei dem "ICY-Audax Pro 38" nicht auf, dass es laut ist. Es fällt halt nur auf, wenn die Fensterscheiben oder abgehängte Decke plötzlich anfangen Geräusche von sich zu geben. Der Lautsprecher klingt auch dann noch souverän und dynamisch und, für mich ganz wichtig, wie aus einem Guss. Da passt alles zusammen! Die phänomenale Detailauflösung in weiten Frequenzbereichen sorgt dafür, dass auch bei bekannten Musikstücken einfach weiter gehört wird, weil sich immer mal wieder Dinge heraushören lassen, die ich bei anderen Lautsprechern so noch nicht wahrgenommen hatte. Das hat durchaus an die Wiedergabe über einige Lautsprecher mit Manger-Wandler erinnert und in mir kam der Wunsch diese im Vergleich zu hören.
Ich würde den Klang als dynamisch, klar und deutlich beschreiben. Es wird nicht langweilig mit diesem Lautsprecher Musik zu hören.
Zwischendurch hatte ich Theo gebeten mal mit geringerer Lautstärke Musik zu hören, weil mit einer Spendor BC1 z.B. diese Lautstärken nicht möglich sind. Tja, das Ergebnis war einfach nur, dass es leiser war, es hat aber weiterhin nichts an der Musik gefehlt, klang ebenso ausgezeichnet dynamisch und "musikalisch". - Aber halt - Doch, es hat etwas gefehlt, und zwar bei der Wiedergabe von bestimmten, bekannten synthetischen Musikstücken mit Tieftonbestandteilen unter 40Hz (z.B. Queen Mary). Für diese letzte (oder erste?) Oktave könnte man ja mal Subwoofer versuchen zu integrieren. -???- Aber wie war das mit dem Raum? Der hatte ja so bereits "aufgegeben"...
Wer die Möglichkeit hat noch kurzfristig zum CLC zu fahren, um das mal auf sich wirken zu lassen, sollte das tun. Ich habe ja schon längere Zeit nichts mehr geschrieben hier im Forum, aber das war schon beeindruckend heute!
LG Tom
FlorianK Ich war gestern auch bei dem Hörtermin und kann 99% von Toms Aussagen bestätigen. Ein paar Anmerkungen noch - Dinge die mir aufgefallen sind.
. . .
Beim Sound fielen mir mehrere Dinge sehr positiv auf. Die Chassis harmonieren extrem wie ich finde. Da ist kein "Ich bin MT" oder "ich bin HT" oder ich bin Bass. Man nimmt die Box mit unterschiedlichen Chassis nur als ein Gebilde da. Die Eigenschaften die manche Boxen haben das man Chassis untereinander akustisch ermitteln kann - ist hier Fehlanzeige. Eine Eigenschaft die damals die D&D auch hatte bzw. hat. TOP
Der Bass ist recht gut bis sehr gut aber nicht unter ca. 35/40 Hz zu Hause. Bei elektronischer Musik fehlt da ab und zu etwas. Für "normale" Musik total ausreichend und kommt recht Locker und bis den Bereich von ca. 33/40 Hz sehr massiv. Eine Lockerheit ähnlich der LittleWatt.
Der MT ist sehr gut in meinen Augen. Der hat mächtig Potential in meinen Augen. Er erinnert vom Aufdröseln an den Manger - (Aussage von Tom) und das stimmt. Ein direkter Vergleich wäre mal gut. Was meine ich mit Aufdröseln? Den Ausdruck verwendet man im Rheinland für "in seine Einteile zerlegen". Ich hatte überlegt wie ich es Tom beschreiben sollte - als wir unsere Eindrücke austauschten.
. . .
Summe: heftig gut für alles - Top / Klassik- Jazz-Rock&Pop. Tolle Box
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Diskus_GL ich konnte mir gestern auch mal ein kurzes "Hörbild" der Audax-Kombi machen.
es hat sich gelohnt!
Wie Tom und Florian auch schon bemerkten, ist das eine ausgesprochen gelungene Box.

Das ist ein echtes Highlight von HSB.

Ich habe mich zuerst in den Sweetspot gesetzt und schon das erste Lied hat mich mehr als beeindruckt. Die ersten Instrumente klangen so, als wären die Instrumente zwei Meter rechts und links neben mir! Dann folgte der Bass... und der kam dann von vorne ... lokalisiert hinter den Boxen. Danach baute sich die Stereobühne aller Instrumente so im Halbkreis(!) um mich herum auf, als wäre ich mittendrin – mit deutlicher Lokalisierung jedes einzelnen Instrumentes, aber ohne die bei manchen Boxen vorzufindende "Pin-Point-Lokalisation"!

Diese sehr authentische Stereobühne war schon sehr beeindruckend und wurde durch das völlige Fehlen irgendeiner "Künstlichkeit" oder "dem Gefühl einer Darbietung von einer Anlage" noch intensiviert. Es entstand für mich der Eindruck, ich wäre bei der Aufnahme dabei. Es gelang mühelos sich auf einzelne Instrumente oder Sänger zu fokussieren€€¦ die "Wiedergabe-Anlage" verschwand völlig€€¦ die Musik war im Raum.
Ich habe mich dann auch mal auf andere Plätze gesetzt – u. a. außen in der zweiten Reihe, also quasi vor einer Box – und auch da war die Anlage nicht zu "erkennen". Die Stereobühne war zwar nicht so breit und tief wie im Sweetspot, aber immer noch als Stereobühne mit Breite und Tiefe deutlich vorhanden. Die Wiedergabe klang dabei an allen Plätzen sehr homogen und behielt ihre Authentizität€€¦ als wären die Interpreten im Raum. Wie auch Tom und Florian schon bemerkten, wurde die Musik "aufgedröselt", es war eine phänomenale Detailauflösung. Man konnte mühelos (!) jedes noch so kleine Detail oder feinste klangliche Aspekte jedes einzelnen Instrumentes oder Sängers heraushören. Das lag sicherlich auch daran, dass man der Musik völlig entspannt zuhören konnte€€¦ keinerlei "Anstrengung" beim Fokussieren auf einzelne Details oder "Ablenkung/Störung" durch klangliche "Unzulänglichkeiten".

Mir hat das sehr gefallen... und echt beeindruckt.
Mit dieser Kombination – speziell die MT-/HT-Kombi - hat HSB einen weiteren "Maßstab".

Das kommt für mich klanglich schon sehr, sehr nah an die HSB-MSW-MT-Kombi... 

 

Messungen beim Kunden:

So konnten wir guten Gewissens zum Kunden aufbrechen und die Lautsprecher in seinem Raum einmessen - dort sollte der Lautsprecher im Büro für guten Klang sorgen. Durch die Position des Schreibtischs war die Position der Lautsprecher weitestgehend vorbestimmt. Und so sah es dann aus der Schreibtisch-Perspektive aus:

Audax Pro38 HSB

Zu Beginn der Abstimmung haben wir die Lautsprecher noch etwas nach rechts verschoben und stärker eingewinkelt. Aber dann ging es ans Einmessen.

Zunächst haben wir unser Setup V1 gemessen, wie üblich nur links (Zusatz L), nur rechts (Zusatz R) und beide Lautsprecher mit um 3 dB reduziertem Pegel (Zusatz LR):

Während die linke Box (grüne Kurve) einen recht ausgewogenen Frequenzgang unter 200 Hz zeigt verhält sich die rechte Box deutlich anders und zeigt einen breiten Einbruch zwischen 35 und 90 Hz sowie ein gegenläufiges Verhalten zwischen 100 und 200 Hz. Dieses unsymmetrische Verhalten ergibt sich durch die deutlich unsymmetrische Aufstellung: die linke Box steht fast in der Raumecke, die rechte Box steht fast in der Raummitte (in Querrichtung) und strahlt von dort auch noch in den offenen Küchen-/Meetingbereich direkt neben dem Büro:

Diese Differenz musste zunächst deutlich reduziert werden. Dazu wurde die rechte Box zunächst weitgehend der linken Box angepasst um dann gemeinsam auf die Zielkurve entzerrt zu werden.

Hier zunächst die Anpassung der rechten Box (V2) and die linke (V1) und die benötigte Entzerrung:

Eine Anhebung von 15 dB entspricht dem 5.6-fachen Hub und der 31.6-fachen Leistung - das kann man nur bei einem so großen und leistungsfähigen System machen, welches im Büro keine Part-Lautstärken erzeugen soll (bei Party-Einsatz in einem anderen Raum würde dann einfach das Setup 1 verwendet ;-).

Und abschließend die Anpassung der LR-Kurve an die Zielkurve:

Wenn nur die linke oder rechte Box alleine spielt zeigt sich eine schmalbandige Überhöhung um 100 Hz. In der Praxis spielen aber beide Boxen gleichzeitig - daher die Optimierung anhand der LR-Kurve.

Abschließend die beiden Entzerrungskurven, wie sie sich in der HYPEX-Software darstellen:

 

  linker Kanal rechter Kanal
TT
MT
HT

Mit dieser Einstellung klangen dann unsere Teststücke weitgehend so, wie wir sie auch von unserem Hörraum kennen.

Auch der Kunde war anschließend sehr zufrieden mit der Wiedergabe "seiner" Musikstücke. Sobald wir nach ein paar Wochen ein detailliertes Feedback bekommen werden wir es hier nachreichen . . .

 

Fazit:

Die Überarbeitung eines betagten Lautsprecher-Schätzchens lohnt sich - wenn man es richtig macht!

 

  1. zunächst muss man überprüfen, ob sich beide Lautsprecher gleich verhalten, und zwar sowohl vom Impedanzverlauf als auch vom Frequenzgang am Hörplatz. Wenn das so ist gibt es gute Chancen, dass Chassis und Frequenzweichen noch in Ordnung sind - denn identische Alterungserscheinungen bzw. Fehler sind eher selten

     

  2. bei mehr als 20 Jahre alten Lautsprechern ist das vor allem bei den Chassis leider in der Regel nicht mehr der Fall :-( - insbesondere Hochtöner und die Sicken der Tief- und Mitteltöner sind hier kritisch

     

  3. in der Regel bekommt man keine "originalen" Chassis mehr - dann muss ohnehin die Frequenzweiche angepasst werden. Aber auch wenn die Chassis noch in Ordnung sind - nach 20 Jahren oder mehr klingen sie auch nicht mehr wie am ersten Tag! Das kann man aber in der Regel durch Anpassung der Frequenzweiche kompensieren . . .

     

Was man nicht ohne Weiteres mit einer passiven Frequenzweiche anpassen kann ist der Einfluss des Hörraumes - hier bleibt dann nur die elektronische Über-Alles-Raumkorrektur mit Tools wie Dirac Live®. Aber wenn es (teilweise) Auslöschungen im Bereich der Übernahmefrequenzen gibt, dann können auch solche genialen Tools die Ursache dieses Fehlers nicht beheben, sondern nur an den Symptomen herumdoktern.

Eine alternative Lösung ist die nachträgliche Aktivierung mit einer digitalen Frequenzweiche - z.B. mit den Aktivmodulen von HYPEX. Hier kann sowohl das unsymmetrische Verhalten des linken und rechten Lautsprechers aufgrund unterschiedlicher Raumakustik als auch aufgrund unterschiedlicher Alterung kompensiert werden - wie das obige Beispiel eindrucksvoll demonstriert hat.

Demgegenüber ist ein Austausch der passiven Frequenzweichenkomponenten durch "bessere" Bauteile OHNE Berücksichtigung der unterschiedlichen Alterungserscheinung der Chassis und der individuellen Raumakustik NIEMALS wirklich zielführend - außer für den Hersteller und Vertrieb der besseren Bauteile ;-)

Leider ist so eine Überprüfung des Istzustandes, ggf. Empfehlung für passende Ersatzchassis und die eigentliche Aktivierung und Einmessung im Hörraum sehr zeitaufwändig und erfordert Expertenwissen und viel Mess- und Hör-Erfahrung. Aber nur so kann man wirklich das Maximum aus einer vorgegebenen Situation (Hörraum, Lautsprecher) herausholen.

Sollten Sie IHR Lautsprecher-Schätzchen auf die Weise wieder auf Vordermann bringen wollen - sprechen oder schreiben Sie uns an!

In diesem Fall war der Zeitaufwand (und damit die Kosten) relativ hoch, da:
- ein Hochtöner defekt war und es keinen Ersatz gab -> es mussten neue Hochtöner angeschafft werden (in Alternative X enthalten)
- die Mitteltöner nach 40 Jahren schon am Ende ihres Lebenszyklus angekommen waren -> wir haben im Sinne einer langfristigen Lösung empfohlen auch die Mitteltöner auszutauschen (in Alternative X enthalten)
- die Schallwandausschnitte für die neuen Mittel- und Hochtöner mussten angepasst werden (Zusatzkosten ca. 50 €‚¬)
- die Absorption für das Mitteltongehäuse musste optimiert werden (Zusatzkosten ca. 50 €‚¬)
- bei den Tieftönern musste die Verklebung der Schaumstoffsicke überarbeitet und die Membran "aufgefrischt" werden (Zusatzkosten ca. 50 €‚¬)
- die Einbauöffnung für die HYPEX-Module musste erstellt und ein luftdichtes Gehäuse nachgerüstet werden (Zusatzkosten ca. 150 €‚¬)
- die Verkabelung musste überarbeitet werden (neue Buchsen im Gehäuse der Tieftöner und der Satelliten mit Verbindungskabel, Anbindung an die Kabel aus dem HYPEX-Modul) (Zusatzkosten ca. 100 €‚¬)
- Funktionscheck in unserem RAR und Erstellung eines ersten Setups zur Bestimmung der Timedelays (in der "Aktivierungspauschale" von 150 €‚¬/Weg enthalten)
- Einmessung vor Ort (Zusatzkosten ca. 1.50 €‚¬ pro Entfernungskilometer)

Aber jetzt spielt die modifizierte AUDAX Pro38 besser denn je auf ihrem vorgegebenen Platz - und sollte dies auch die nächsten mindestens 20 Jahre noch tun. Nur die Tieftöner brauchen irgendwann noch einmal neue Schaumstoffsicken . . .

Falls Sie gar keine "alte" AUDAX Pro38 zuhause haben empfehlen wir einen Neubau mit den oben geschilderten Mittel- und Hochtönern. Mit dem REDCATT 152FINDX4-333B (s. HSB-Datenblatt) gibt es im Bassbereich eine vergleichbare und dabei sehr preiswerte Lösung - in unserem virtuellen Bauvorschlag HSB Pro38 haben wir mal eine mögliche Umsetzung gezeigt, die mit ca. 2300 €‚¬ + Gehäuse + Kleinmaterial zu Buche schlägt und auch noch etwas "kompakter" ist . . .

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