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Chassis-Datenblatt © www.hifi-selbstbau.de
So werden Lautsprecherchassis von HiFi-Selbstbau gemessen
Hersteller: GIA Lieferant: Ing. Büro Küper Typ: 170-02, 8 Ohm Datenblatt des Herstellers (leider nicht)

Foto des Chassis


 

 

Membranfläche: Außendurchmesser:
Innendurchmesser:
Plugdurchmesser:
-> Membranfläche Sd:
143 mm
122 mm
0 mm
137.9 cm²
TSP aus Messung
mit Zusatzmasse
(Mittelwert und Streuung
von 2 Chassis, Anregung -12 dB):
Resonanzfrequenz Fs
DC-Widerstand Rdc
Mechanische Güte Qms
Elektrische Güte Qes
Gesamtgüte Qts
Effektive bewegte Masse Mms
Äquiv. Luftvolumen Vas
Kraftfaktor BL
Wirkungsgrad Eta (1m, Halbraum)
81.64 Hz (+/-4.8%)
6.35 Ohm (+/-1.2%)
1.209 (+/-6.6%)
1.018 (+/-4.3%)
0.553 (+/-5.2%)
10.71 gr (+/-1.1%)
9.60 dm³ (+/-8.5%)
5.85 N/A (+/-0.3%)
90.00 dB (+/-0.02)

Pseudorauschen > 200 Hz (0°, 15°, 30°, 45°, 60°; MP3 42 kB)

 


Sprungantwort (Chassis 1, 20 cm, 0°)

Zerfallspektrum (Chassis 1, 20 cm, 0°)

 


Klirrfaktor bei 85 bis 95dB/1m (Halbraum)

 


 


Kompletter Datensatz von 4 Chassis (Impedanz und Schalldruck im OCT-Format, Klirrfaktor und komplexer Frequenzgang als TXT-Datei, ZIP, 54 kB)
Hinweis: Alle 4 Chassis sind Baujahr 1991 und wurden kontinuierlich betrieben!

Unsere Meinung:
  • Der äußere Eindruck:
    Das erstaunlichste an den Chassis ist wohl, dass sie trotz ihres hohen Alters von 15,5 Jahren aussehen wie neu! Und dabei waren sie ständig in Betrieb! Das verdankt der Gia 170-02 seinem speziellen, besonders widerstandsfähigem Membranmaterial: Chitin! Wer dabei an Insekten denkt liegt gar nicht so falsch. Das Material ist zum einen recht leicht und zum anderen recht steif, ideale Voraussetzung für eine Membran, die erst bei hohen Frequenzen Membranresonanzen zeigt.

    Die Verarbeitung des Materials ist nicht ganz ohne und erinnert an die legendären Görlich Hartschaummembranen. Die Membran hat keine "übliche", geborgene Nawi-Form (Nawi = Nicht AbWIckelbar) sondern ist exakt konusförmig. Die "Staubschutzkalotte" besteht aus einem ca. 40 mm durchmessenden Chitin-Plättchen. Das Volumen zwischen diesem Plättchen und dem Polkern ist durch eine 12 mm durchmessende Bohrung mit der Außenwelt verbunden. "Moderne" Entlüftungsmaßnahmen im Bereich der Zentrierspinne sucht man hier vergebens.

    Das Chassis hat einen 6.5 mm hohen Alu-Druckgußkorb. Die Gummisicke sieht neben dem breiten Korb eher "schmächtig" aus. An ihr ist der Zahn der Zeit zwar optisch weitgehend vorbei gegangen, das Gummi ist aber deutlich verhärtet. Der Antrieb besteht aus einem 90 mm durchmessenden Ferritring mit 18 mm Höhe, die Polpatte ist 6 mm stark. Die Schwingspule hat einen Durchmesser von 32 mm und eine Höhe von ??? mm -> !!! alle Maße checken mit HiFiSound Jahrbuch etc. !!!

     

     

  • Die TSP:
    Die verhärtete Gummisicke (siehe Statement am Fuß des Textes) sorgt für eine recht hohe Resonanzfrequenz von gut 80 Hz. Die mechanische Güte ist mit 1.2 sehr gering, auch hier dürfte die Gummisicke ihre Finger im Spiel haben, die - trotz/wegen? - ihres hohen Alters (immer noch?) eine hohe innere Dämpfung hat. Beim Vergleich Messung/Simulation fällt auf, dass das ideale TSP-Modell nicht besonders gut mit der Messung übereinstimmt:
    • Oberhalb der Resonanzfrequenz fällt die Messung schneller ab als die Simulation
    • Unterhalb der Resonanzfrequenz fällt die Messung langsamer ab als die Simulation
    Die einfachste Erklärung besteht darin, dass z.B. die mechanischen Verluste (im elektrischen Ersatzschaltbild repräsentiert durch Rls) über die Frequenz nicht konstant sind (wie es das ideale TSP-Modell "fordert"). Dies wäre z.B. der Fall, wenn Rls von der Schwinggeschwindigkeit abhängig wäre, was für eine sog. viskose Dämpfung typisch ist.

    Alles in allem haben die 15 Jahre aus einem Tief-Mitteltöner eher einer Mitteltöner gemacht. Benutzt man den Gia 170-02 als solchen oberhalb von z.B. 200 Hz, dann kommt die geschwindigkeitsabhängige Dämpfung kaum noch zum Tragen und das Chassis verhält sich weitgehend ideal. LASIP errechnet zwar auch eine auf den ersten Blick interessante Bassreflexabstimmung.

    Die Abstimmfrequenz ist aber mit 62 Hz so hoch, dass der Gia 170-02 durch Signale unterhalb von 50 Hz leicht mechanisch überlastet werden kann:

    Der Wirkungsgrad liegt mit 90.0 dB recht hoch. Akustisch wird zwischen 350 und 2900 Hz ein mittlerer Schalldruck von 88.5 +/- 0.36 dB (Streuung der 4 Chassis) erzielt: durch die relativ hohe Induktivität der Schwingspule ergibt sich zwischen 500 und 1000 Hz eine kleine "Delle" im Frequenzgang. Der Impedanzverlauf zeigt um 1700 eine kleine Unregelmäßigkeit. Hier bricht der Schalldruck nach einem kurzen "Höhenflug" etwas ein.

     

  • Der Frequenzgang:
    Generell sieht der Frequenzgang sehr gut aus. Der leichte Anstieg von 1000 bis 1500 Hz kann durch ein "zu früh" einsetzendes Filter kompensiert werden. Ab 2 kHz sollte man ohnehin steilflankig trennen um die Membranresonanz bei 3.3 kHz effektiv zu unterdrücken:


    Boxsim-Modell (ZIP-File, 16 kB)

    Während das Ausschwingverhalten bis knapp 3 kHz nahezu perfekt ist schwingt die o.g. Membranresonanz relativ lange nach. Auch die Sprungantwort sieht fast perfekt aus, bis auf die 2. Spitze bei 7.8 ms.

     

  • Der Klirrfaktor:
    Der "gutmütge" K2 verläuft fast wie mit dem Lineal gezogen auf relativ niedrigem Niveau. Bei einem mittleren Schalldruckpegel von 85 / 90 / 95 dB beträgt K2 von 200 bis 2 kHz im Mittel 0.40 / 0.74 / 1.40 %. Der "unharmonische" K3 liegt hier im Mittel bei 0.40 / 0.47 / 0.55%, wobei sich bei ca. 1.1 kHz ein etwa jeweils doppelt so hohes Maximum einstellt. Dies dürfte für einen gewissen Eigenklang sorgen. Allerdings bleibt K3 weitgehend pegelunabhängig, so dass dieser Eigenklang zumindest konstant bleibt.

    Unterhalb von 200 Hz steigt K3 bei höheren Pegeln deutlich an, ein weiterer Grind den Gia 170-02 auf seine alten Tage eher als Mitteltöner oberhalb von 200 Hz einzusetzen.

     


HiFi-Selbstbau-Fazit:


Der Gia 170-02 hat seine ersten 15 Jahre mechanisch und optisch gut überstanden. Frequenzgang und Klirrverhalten sind nach wie vor sehr gut, lediglich die Gummisicke hat sich deutlich verhärtet und aus dem einstigen Tief-/Mitteltöner eher einen tief einsetzbaren Mitteltöner gemacht. Er wird voraussichtlich zusammen mit einem 25 cm großen Bass und einer 25 mm Kalotte den 2. Teil seines Lautsprecherlebens als Mitteltöner von 200 bis 2000 Hz verbringen und seinen Besitzer weiterhin erfreuen. Der Gia 170-02 war damals nicht gerade ein Schnäppchen. Aber über die Jahre gesehen war er doch eine preiswerte Investition . . .

Hier die Terzian, ein Anwendungsfall aus dem Jahre 2000 (Quelle: Audiophile, das HighEnd Magazin von Audio und Steroplay)

Wir freuen uns das jetzt auch der Entwickler der Chassis, Herr Martin Küper auf unseren Oldie-Test aufmerksam geworden ist und uns zum Thema verhärtete Sicke folgendes mitteilte....

1.) Die verhärtete Gummi-Sicke kann sich (leider) bei einigen Systemen nach einigen Jahren ergeben, bei denen hochdämpfende Sicken verwendet wurden. Diese Sicken bestehen nicht nur aus Gummi, sondern haben einen Anteil eines anderen Kunststoffen im Material, der für besonders hohe innere Dämpfung in den Sicken sorgen soll. Leider kommt es manchmal vor, dass dieser Bestandteil im Laufe der Zeit seine Eigenschaften verändern.
Es gibt 2 Möglichkeiten, das zu beseitigen:
a) die Sicken kann man mit reinem Aceton abreiben. Es wird dann ein grünlich-schwarzer Abrieb auf dem verwendeten Tuch zurückbleiben, und die Sicken werden wieder matt-schwarz und sehr weich.
b) wenn das nicht hilft, können solche Chassis auch wieder mit neuen Sicken versehen werden. Wir haben (zu GIA-Zeiten) extra für diese Systeme Werkzeuge machen lassen und können diese Sicken auch noch beziehen (die Sicken dieser Systeme müssten auf dem Rand irgendwo "GIA" stehen haben).

Das ist natürlich toll, so ist es möglich seine alten Schätzchen wieder fit zu bekommen und damit auch weitere Jahre hochwertige Wiedergabequalität zu erreichen. Kontaktdaten finden man auf www.ibkueper.de

Kommentare

bob
12 jahre vor
hallo!
ich habe vor 20 jahren mit einem freund die gia stanley gebaut.
nachdem mehrere umzüge und meine kinder ihre spuren hinterlassen haben, habe ich diese schönen stücke verkauft(verschenkt).
jetzt, wo ich wieder zeit und lust habe merke ich, dass eine neue orientierung nicht einfach ist. ich brauche von euch einen tipp.
welcher selbstbau kommt der sache am nächsten?
Theo
12 jahre vor
Hallo bob,

aus meiner Sicht dürften das die Görlich-Chassis sein. Die gab es auch schon zu Zeiten der Gia´s, waren damals und sind heute recht teuer. Als nächste Chassis, nach den Görlich, solltest Du Dir mal die teureren ScanSpeak Serien anschauen oder auch Eton-Chassis.
Guest
12 jahre vor
Hey Theo!
Danke für den Tipp! Ich werde mich jetzt eingehend damit beschäftigen
Hast du die alle schon mal gehört?
Theo
12 jahre vor
Hallo,

ja, alle schon gehört. Aus meiner persönlichen Sicht würde ich zum Görlich greifen......wenn nur der Preis nicht wär.

:-) Theo
derwastl
13 jahre vor
Bitte korrigiert die Links für die Terzian.

Aktuell git http://www.ibkueper.de/sld005-2-1.htm

Gruß - der Wastl
HiFi Selbstbau
13 jahre vor
Hallo,

haben wir gemacht, danke für den Link.

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