Verschiedenes

MP3 auf dem Prüfstand

MP3 im Detail

Datenkomprimierte Musik wie z.B. MP3, OGG, AAC und Konsorten ist für den Musikliebhaber ein zweischneidiges Schwert: aus Qualitätsgründen lehnt er auf solche Art "kastrierte" Musik natürlich ab - aber unterwegs lässt er sich gerne mal vom kleinen MP3-PLayern oder iPods mit Musik versorgen. Und auch im Auto ist der MP3-fähige CD-Player heutzutage deutlich häufiger anzutreffen als der CD-Wechsler.

Das Rippen, kodieren und "aufhübschen" (ID3-Tags, Cover) kostet viel Zeit, die man natürlich "richtig" investieren will. Neben einer subjektiven Beurteilung kann man der Problematik auch mit objektiven Kriterien zu Leibe rücken, in dem man z.B. das komprimierte Musikstück (dekodieren) wieder zurückwandelt (enkodieren) und das Original mit der de- und wieder enkodierten Version auf digitaler Ebene vergleicht (Pegelstatistik, spektrale Analyse etc.). Dabei sind wir auf sehr interessante Erkenntnisse gestoßen, die wir euch nicht vorenthalten wollen.




Datenkomprimierte Musik wie z.B. MP3, OGG, AAC und Konsorten ist für den Musikliebhaber ein zweischneidiges Schwert: aus Qualitätsgründen lehnt er auf solche Art "kastrierte" Musik natürlich ab - aber unterwegs lässt er sich gerne mal vom kleinen MP3-PLayern oder iPods mit Musik versorgen. Und auch im Auto ist der MP3-fähige CD-Player heutzutage deutlich häufiger anzutreffen als der CD-Wechsler.

Die Konvertierung einer CD in z.B. MP3-Dateien kostet Zeit. Vor allem wenn man sich die Mühe macht die Musik auch mit sogenannten ID3-Tags zu versehen in denen z.B. das Musikgenre, der Künstler, der Titel des Stücks, der Titel der CD etc. angegeben ist. Ansonsten findet man sich ja auf seinem 4 GB MP3-PLayer und seinen bis zu 1000 darauf gespeicherten Titeln gar nicht mehr zurecht. Ganz Fleißige scannen auch noch das Cover ein - das Auge hört und sucht schließlich mit. Auch wenn es dafür schöne Tools und Online-Datenbanken gibt: es kostet ca. 15-20 Minuten pro CD (inkl. Rippen).

Bei jeder verlustbehafteten Datenkompression gibt es einige Stellschrauben, mit denen man das Verhältnis zwischen Kompressionsfaktor (es passt mehr Musik auf einen Datenträger) und Qualitätsverlust (es klingt ggf. hörbar schlechter) beeinflussen kann. Da möchte man natürlich den "richtige" Kompromiss finden: eine möglichst hohe Datenreduktion die man gerade eben noch nicht als Klangverschlechterung wahrnimmt.

Andererseits möchte man aber auch eine Datenkompression wählen, die auf möglichst vielen Geräten auch abgespielt werden kann. Was macht man in solchen Fällen:

 

  1. man wählt ein oder mehrere Teststücke aus,
  2. man wählt ein Programm zu kodieren und dekodieren aus,
  3. wandelt sie in mehreren Qualitätsstufen um,
  4. probiert aus, welche Qualitätsstufen überhaupt abgespielt werden können,
  5. und beurteilt subjektiv, ob man einen Unterschied hört
Manche setzen noch einen drauf und gehen messtechnisch an die Sache ran in dem sie einen Vorher-/Nachher-Vergleich machen. Da kann man z.B. die gerade kodierte MP3-Datei wieder in eine WAV-Datei zurückwandeln und z.B. statistisch (energetischer Mittelwert, Max-/Min-Wert etc.) oder spektral untersuchen.

Da wir kürzlich eine Anfrage hatten welche MP3-Formate denn der von uns vertriebene CD-Player XTZ CD-100 wiedergeben kann und ich damit beginnen wollte, meine bereits umgewandelten MP3-Dateien nachträglich mit ID3-Tags und Covern zu versehen habe ich mich intensiv mit dieser Problematik auseinander gesetzt.

 


 

Der "Versuchsaufbau"

  1. Als Teststück haben wir aus der neuen Yello-CD Touch Yello das 4. Stück "Bostich (Reflected)" ausgewählt. Dort kommen sehr hohe und sehr tiefe Töne vor, es klingt sehr dynamisch und hat jede Menge Panorama-Spielereien zu bieten. Bei der objektiven Analyse bestätigt sich, dass das Stück kaum dynamikkomprimiert (DR10) ist und überdurchschnittlich viel hoch- und tieffrequente Energie enthält:

     

  2. Als "Programm" zum Kodieren und dekodieren von MP3-Dateien haben wir das weit verbreitete LAME in der aktuellen 32bit-Version 3.98 verwendet. Als Bedienoberfläche verwenden wir RazorLame, da dieses Programm so nett ist die aktuell an Lame gesendete Befehlszeile mit allen Kommandozeilenparametern zu "verraten". So kann man genau sehen was man macht ohne dass man LAME tatsächlich auf der Kommandozeilenebene nutzen muss.

     

  3. Es wurden insgesamt 14 verschiedene Komprimierungsarten untersucht:

    LAME-KommandozeileWAV-PegelBitrate
    (Mittelwert)
    [kBit/s]
    Bitrate
    (Maximum)
    [kBit/s]
    StereoResamplingQualitätFilterung
    -b 128 -m s -h100%128128Normalneinhoch (q=2)auto
    -b 128 -m s -h --abr 128 -B 256100%128256Normalneinhoch (q=2)auto
    -b 96 -m s -h100%9696Normal32000 Hzhoch (q=2)auto
    -b 96 -m s -h --abr 96 -B 192100%96192Normal32000 Hzhoch (q=2)auto
    -b 64 -m s -h100%6464Kompromiss24000 Hzhoch (q=2)auto
    -b 64 -m j -h --abr 64 -B 128100%64128Kompromiss24000 Hzhoch (q=2)auto
    -b 192 -m s -h100%192192Normalneinhoch (q=2)auto
    -b 192 -m s -h --abr 192 -B 320100%192320Normalneinhoch (q=2)auto
    -b 256 -m s -h100%256256Normalneinhoch (q=2)auto
    -b 256 -m s -h --abr 256 -B 320100%256320Normalneinhoch (q=2)auto
    -b 320 -m s -h100%320320Normalneinhoch (q=2)auto
    -b 128 -m s -h50%128128Normalneinhoch (q=2)auto
    -b 128 -m s -h -k50%128128Normalneinhoch (q=2)nein
    -b 128 -m s -h -q 0 -k50%128128Normalneinhöchste (q=0)nein

    Hinweis: der Parameter "Filterung" steht normalerweise auf automatisch (was immer das bedeutet). Um den Effekt zu verstehen wurden die beiden letzten Varianten mit explizit ausgeschaltetem Filter (Option -k) kodiert.

     

Bei der Rückwandlung von MP3 nach WAV gibt es keine Einstellparameter (LAME-Option --decode). Die rückgewandelten MP3-Dateien wurden zunächst amplitudenmäßig mit dem Original verglichen (minimale/maximale Amplitude Min/Max), Mittelwert (Avg), energetischer Mittelwert (Rms)), . Dazu wurde das Programm WaveAnal.exe verwendet.

Danach wurde für jede Datei das mittlere Frequenzspektrum berechnet, und zwar mit dem Programm WaveAnalyzer.

Wie funktioniert WaveAnalyzer?
Es wird das Spektrum von vielen, sich teilweise überlappenden Teilstücken der Datei berechnet (FFT) und die Spektren dann energetisch gemittelt. Je größer die Teilstücke desto feiner ist die Frequenzauflösung, aber spektrale Spitzen gehen evtl. verloren. Wer genauer wissen will wie WaveAnalyzer vorgeht kann es im Bericht Musik "vergleichen" mit dem Waveanalyzer nachlesen (der erste graue Technik-Kasten kurz vor der Mitte des Artikels).

Da es uns um mittlere Energie ging wurden relativ großen Teilstücke von knapp 1.5 sec. gewählt. Es wurden pro Kanal nur die mittleren Energien ausgewertet sowie der Gesamtpegel in dB(lin) und dB(A)

Gehörrichtige Frequenzbewertung
Summiert man die Energie aller Frequenzen eines Frequenzspektrum erhält man einen Gesamtpegel in dB. Sofern keine Frequenzbewertung vorgenommen wurde wird dies häufig zur besseren Unterscheidung mit dB(lin) bezeichnet. Da der Mensch physikalisch gleich laute tiefe oder ganz hohe Töne weniger laut empfindet als Töne im mittleren Frequenzbereich macht es Sinn, das Frequenzspektrum entsprechend zu gewichten. Übliche Frequenzbewertungen sind die A- und B-Bewertung, die je nach Lautstärke das Hörempfinden besser nachbilden. Hier wurde die A-Bewertung verwendet, die für kleine und mittlere Lautstärken eine gute Näherung des subjektiven Empfindens darstellt.

Im Idealfall sollten alle Werte identisch mit dem Original sein, aber bei der Auswertung gab es eine handfeste Überraschung:


Linker KanalRechter Kanal
NrLAME-KommandozeileMin@ sec.Max@ sec.AvgRmsdB(lin)dB(A)Min@ sec.Max@ sec.AvgRmsdB(lin)dB(A)
1WAV (original) -97.61%119.982 97.65%56.225 0.09%16.95% -12.38-18.98 -97.57%182.591 97.6%159.33 0.08%17.28% -12.21-18.26
2 -b 128 -m s -h -100%53.292 100%45.026 0.07%16.16% -12.8-19.34 -100%45.9 100%35.895 0.08%16.51% -12.61-18.6
3 -b 128 -m s -h --abr 128 -B 256 -100%59.269 100%45.026 0.08%16.18% -12.79-19.34 -100%45.681 100%52.754 0.08%16.5% -12.62-18.61
4 -b 96 -m s -h -100%56.777 100%45.026 0.08%16.15% -12.79-19.32 -100%55.063 100%45.026 0.08%16.5% -12.61-18.59
5 -b 96 -m s -h --abr 96 -B 192 -100%32.643 100%45.026 0.08%16.15% -12.8-19.32 -100%45.9 100%45.026 0.06%16.5% -12.61-18.6
6 -b 64 -m s -h -100%60.147 100%82.368 0.08%16.12% -12.82-19.34 -100%59.594 100%72.3 0.07%16.44% -12.65-18.66
7 -b 64 -m j -h --abr 64 -B 128 -100%60.147 100%45.026 0.07%16.16% -12.8-19.31 -100%59.485 100%45.026 0.07%16.39% -12.68-18.74
8 -b 192 -m s -h -100%86.287 100%45.026 0.09%16.45% -12.64-19.21 -100%45.681 100%72.3 0.08%16.78% -12.47-18.49
9 -b 192 -m s -h --abr 192 -B 320 -100%56.117 100%45.026 0.09%16.45% -12.64-19.22 -100%72.3 100%72.329 0.08%16.78% -12.47-18.5
10 -b 256 -m s -h -100%65.417 100%45.026 0.09%16.95% -12.38-18.97 -100%59.701 100%72.3 0.09%17.29% -12.21-18.25
11 -b 256 -m s -h --abr 256 -B 320 -100% 65.417 100% 45.026 0.09% 16.95% -12.38 -18.97 -100% 65.417 100% 72.3 0.09% 17.29% -12.21 -18.25
12 -b 320 -m s -h -100%66.069 100%45.026 0.09%16.95% -12.38-18.97 -100%72.3 100%68.895 0.09%17.29% -12.21-18.26
13WAV (halbe Amplitude) -48.8%119.982 48.83%56.225 0.04%8.47% -18.41-25 -48.79%182.591 48.8%159.33 0.04%8.64% -18.23-24.28
14 -b 128 -m s -h -56.24%183.242 64.5%138.025 0.04%8.09% -18.82-25.35 -61.32%109.548 57.08%121.002 0.04%8.25% -18.64-24.63
15 -b 128 -m s -h -k -56.24%183.242 64.5%138.025 0.04%8.09% -18.82-25.35 -61.32%109.548 57.08%121.002 0.04%8.25% -18.64-24.63
16 -b 128 -m s -h -q 0 -k -60.18%127.589 57.71%186.72 0.04%8.06% -18.85-25.44 -64.81%196.292 57.22%204.114 0.04%8.23% -18.67-24.7

 


Was fällt bei all diesen Zahlen auf?

 

  • Die MP3-Dateien der originalen WAV-Datei haben alle auf beiden Kanälen eine Maximalamplitude von 100.00%, obwohl das Original nur eine Maximalamplitude von 97.65% hatte
  • Diese Maximalamplitude passiert bereits viel früher (Spalte @ sec.) als beim Original
  • Der Gesamtpegel dB(lin) bzw. dB(A) ist bei fast allen Umwandlungen ca. 0.4 dB kleiner als beim Original. Bei 192 kBit/s ist der Gesamtpegel "nur" um ca. 0.25 dB geringer, erst bei 256 oder 320 kBit/s stimmt der Gesamtpegel (die Maximalamplitude beträgt aber auch dort 100.00%).

Aus diesen Beobachtungen muss man schließen, dass es durch Filtervorgänge bei der MP3-Kodierung offensichtlich zu Überschwingern im Zeitbereich kommt (wie es für analoge Filter typisch ist, s. Musik verstehen mit GoldWave), die jedoch nicht durch eine entsprechende Pegelreduzierung aufgefangen werden. Stattdessen wird möglicherweise eine kurzfristige Übersteuerung billigend in Kauf genommen.

Um dies zu überprüfen wurde die WAV-Datei zunächst von der Amplitude halbiert (Nr. 13) und dann erneut in MP3 umgewandelt (Nr. 14-16). Dies wurde nur bei der "üblichen" Einstellung 128kBit/s überprüft, wobei dort noch der Einfluss der Schalter für Qualität (q) und Filterung (k) getrennt untersucht wurde:

 

  • Die MP3-Dateien Nr. 14-16 zeigen eine gegenüber dem Original (49%) deutlich höhere Maximalamplitude von bis zu 65%, die nun z.T. sogar später auftreten als im Original
  • Die Reduktion des Gesamtpegels von ca. 0.4 dB bleibt bestehen, ist also keine Folge der vorher noch aufgetretenen Übersteuerungen
  • Die Erhöhung der Wandlungsqualität (von q=2 auf die höchste Stufe q=0) und der Wegfall der automatischen Filterung bringt keine signifikante Verbesserung in den beiden obigen Kriterien

Die spektrale Analyse sieht im Detail so aus:

 

  • Die Bitraten 64, 96 und 128 kBit/s zeigen bereits im mittleren Spektrum kleinere Fluktuationen um +/- 0.2 dB und einen charakteristischen Anstieg im Tiefbassbereich von ca. 1 dB bei 20 Hz relativ zum um 0.4 dB abgesenkten Gesamtpegel
  • Die Bitraten 64, 96 und 128 kBit/s zeigen eine deutliche Absenkung der oberen Grenzfrequenz auf 10.6, 14.5 bzw. 16.1 kHz
Auch wenn man die Bitrate auf konstante 192, 256 oder 320 kBit/s erhöht ist die Maximalamplitude immer noch größer als 50% (max. 56.50, 56.51 bzw. 56.16%) und würde damit bei einer voll ausgesteuerten WAV-Datei nach wie vor zu kurzzeitigen Übersteuerungen führen.

Die Problematik ist bei stärker komprimierten WAV-Dateien noch größer, da dort die Filterung in der Regel zu einem stärkeren Überschwingen führt. Beim Titel Ey DJ von Culcha Candela (DR6) z.B. wäre die Maximalamplitude der amplitudenhalbierten Version statt 49.44% bei 128 kBit/s immerhin 80.29%!!! Auch hier bleiben übrigens wieder knapp 0.4 dB auf der Umwandlungsstrecke.

 

Und die Moral von der G'schicht

Zumindest per LAME MP3 datenreduzierte Musik zeigt - weitgehend unabhängig von der Bitrate - die unangenehme Eigenschaft, dass es bei "üblichen" Musikstücken zu kurzzeitigen Übersteuerungen kommt. Dies gilt offenbar umso mehr, je mehr die Musik dynamikkomprimiert ist. Um dies zu Vermeiden empfiehlt sich vor der Umwandlung eine Reduzierung der Lautstärke auf z.B. die Hälfte. Aus spektralen Gründen müsste dann eine Bitrate von 192 kBit/s ausreichend sein. Eine 1/12 Oktavanalyse zeigt dann eine Standardabweichung von nur noch +/- 0.03 dB und die obere Grenzfrequenz beträgt 17.8 kHz.

Dieselbe Strategie kann auf andere Formate wie z.B. OGG angewendet werden, es muss lediglich eine Rückwandlung zu WAV gegeben sein. Dann kann man schon mit dem kostenlosen Tool WaveAnal.exe die wesentlichen Größen kontrollieren. Das sollte man schon mal tun bevor man hunderte von Stunden in die Umwandlung seiner CD-Sammlung steckt. Mit oggdropXPd in der Einstellung Q=4 (ca. 128 kBit/s) gewandelt ergab sich übrigens ebenfalls ein Überschwingen im Zeitbereich in ähnlicher Höhe wie bei MP3.

Unter anderem hier hat sich auch schon mal jemand viel Gedanken um dieses Thema gemacht. Wie dort schon erwähnt ist letztlich die subjektive Beurteilung der Klangqualität eines Codecs das Maß aller Dinge. Wir haben es uns hier einfach gemacht und nur auf die objektiven Aspekte geschaut. Tatsache ist jedoch, dass ein Codec, der kurzzeitige Übersteuerungen billigend in Kauf nimmt, erhöhte Gefahr läuft subjektiv schlechter zu klingen.

Eine Alternative ist natürlich die verlustlose Komprimierung in das FLAC-Format, die allerdings nur eine Datenreduktion auf etwa 55% bringt. Leider wird dieses Format noch nicht von allzu vielen Abspielgeräten (z.B. CD-Spieler oder CD-Autoradio) unterstützt.

Kommentare  

# goatiemann 2012-05-06 14:11
Ich empfand schon immer das die Music in MP3 total laut und undynamisch klinkt ,mein ding war das noch nie .Kein wunder das die meisten MP3hoerer mit laufendem alter hoerbeschwerten haben .
interessant darum auch der artikel und die sehr guten beispiele hier im Artikel ,
Dann lieber meine alte LP und meine Tonbandmaschien e wo music noch nach music klingt,
# Rainer Halstenbach 2011-02-17 13:21
>Zumindest per LAME MP3 datenreduzierte Musik zeigt - weitgehend unabhängig von der Bitrate - die unangenehme Eigenschaft, dass es bei "üblichen" Musikstücken zu kurzzeitigen Übersteuerungen kommt

Das ist keine besondere Überraschung, denn bei LAME ist standardmäßig "ReplayGain" aktiviert ("Normalisierun g"). Dazu gibt es verschiedene Laufzeitoptione n, die das Verhalten und die Genauigkeit beeinflussen.

Wenn man diese Anhebung nicht will, muss man bei der Umwandlung die Option "--noreplaygain " mit angeben. Siehe auch http://lame.cvs.sourceforge.net/viewvc/lame/lame/USAGE

Deswegen und auch insgesamt halte ich so einen "Test" für wenig sinnvoll, MP3 hat nicht den Sinn, "gemessen" zu werden, sondern "gehört" zu werden. Es geht ausschließlich darum, die Schwächen des menschlichen Gehörs auszunutzen.

Grüße
Rainer
# K. T. 2010-10-17 14:03
Hallo
klasse Artikel. Respekt!

Welchen CD Ripper empfiehlt ihr für Linux?
# HiFi Selbstbau 2010-10-19 12:50
Hallo,

da wir mit Linux keine Erfahrung haben, können wir auch leider keinen Tipp geben.

MfG
Das hIFi-Selbstbau Team
# reellamer 2010-10-13 04:49
Weil ich da oben was vom Audiograbber gelesen habe:
Das Programm ist zwar schnell und einfach zu bedienen aber der Codec ist schon sehr alt und man hört einen DEUTLICHEN Unterschied zum aktuellen LAME bei gleicher Bitrate. Ungefähr so wie der Unterschied zwischen foobar2000 und Winamp. ;-)

Zum rippen immer EAC (Exact Audio Copy) mit dem neuesten LAME Codec verwenden. EAC hat auch Accurate-Rip was eventuelle Lesefehler korrigiert sowie weitere geniale Funktionen!

Anleitungen: http://www.mpex.net/info/anleitungen.html
# Bernd Efler 2010-08-16 22:27
Danke für den schönen Artikel.
Subjektiv hatte ich das bisher auch schon so wahrgenommen.

Wer aus Kompatibilitäts gründen auf komprimierte Formate angewiesen ist, schaue sich sein Ripprogram genauer an. Einige, wie z.B. Audigrabber, erlauben es, die Tracks zwischen rippen und encoden auf fast beliebige Werte zu normalisieren.
+1 # hreith 2010-08-16 20:32
Soweit mir bekannt ist, wird bei den verlußtbehaftet en Methoden der Inhalt codiert, nicht die Signalform. Schon eine einfache, unhörbare Veränderung der Phase kann eine ganz andere Signalform und damit ganz andere Pegelspitzen ergeben ohne dass dies irgend etwas am Inhalt ändern würde.
Da Bänder unter der Hörschwelle weggelassen werden muss das Ergebnis weniger Energie enthalten als das Eingangssignal, was dann entweder zu einem geringeren Pegel oder zu einer Pegelanpassung führen müsste.
Die verlußtbehaftee ten Methoden sind nicht eindeutig, sowohl unterschiedlich e Coder als auch Decoder können zu unterschiedlich en Ergebnissen führen - zaubern kann aber keiner.
Generell erheben die verlußtbehaftet en Methoden ja keinen HighEnd-Anspruc h sondern sind eher als Nachfolger der CC zu sehen. Diesbezüglich finde ich es sehr erstaunlich mit wie wenig Daten man dennoch über der "Qualität" einer CC landet.
# Sleepwalker 2010-08-16 00:23
Hallo,

da ich gestern durch Zufall mal wieder den Thread im Visaton-Forum entdeckt habe, wo es um einen Blindtest zu MP3 ging (Du warst ja auch dabei), stellt sich natürlich die Frage nach der Relevanz, bzw. wie schlecht unsere Ohren wirklich sind. Da hört man dann Dinge NICHT, die man messen kann, und High-Ender behaupten nicht selten das sie Dinge hören die man nicht mal messen kann :o

Mich wundert allerdings das da so ein Fehler drin sein soll. Ist das ein Problem das man gar nicht lösen kann, oder handelt es sich dabei um einen Flüchtigkeitsfe hler? Ich würde doch denken das Leute, die so was vollständig verstehen und programmieren, auch in der Lage sind so einen Fehler zu vermeiden oder zu beheben.

Torsten
# Pico 2010-08-16 20:20
Hi Sleepwalker,

dasProblem tritt bei "natürlichen", unkomprimierten Schallen deutlich weniger auf. Erst vorher bis and die Grenze komprimierte Signal reagieren auf analoge Filterung so zickig.

Vermeiden kann man es nur durch vorherige Pegelreduktion - sei es um 20% (wird oft noch eng), 3 dB(=70.7%) oder um 6 dB(=50%) wenn man sekbst bei stark komprimierter Musik ganz auf der sicheren Seite sein will.

Gruß Pico
+1 # marc 2010-08-15 20:38
toller artikel!

interessant wäre jetzt wie sich normalisierung auswirkt
zB. normalisierung auf 80%.
würde das clipping in der berechung schon vor der normalisierung auftreten, oder würde das ergebnis zeitweise die 80% überschreiten?
# Pico 2010-08-16 20:23
Hi Marc,

laut LAME-Hilfedatei ist die Pegelskalierung über die Option --scale eine Input-Option passiert also direkt mit den Inputdaten. Die Dekodierung kommt erst danach, da sollte dann nix mehr schief gehen - wenn die Reduzierung um 20% ausgereicht hat.

Gruß Pico
# WassermannSB 2010-08-14 22:04
Hallo,
Klasse Artikel!
Wenn man die Musik jetzt noch mehrfach auf verschiedene Geräte kopiert, ist dann nochmals mit solch einem , oder ähnlichem Effekt zu rechnen?

Gruß
Stefan
# Pico 2010-08-16 20:16
Hi WassermannSB,

der Effekt tritt nur bei der Umwandlung von WAV -> MP3 auf - danach kannst Du kopieren was das Zeug hält.

Gruß Pico
# Chaomaniac 2010-08-13 15:08
Es wird nicht umsonst gelegentlich empfohlen, das Signal um 3 dB pegelreduziert zu wandeln. Genau um diesen Interpolationsf ehler-Dynamiksp itzen vorzubeugen. Populär ist das natürlich nicht im allgemeinen Loudness-War...
Bei den Abspielgeräten gibt's dann halt diejenigen, die relativ schnell verzerren, also nach dem Wandler keinen relevanten Headroom mehr zur Verfügung stellen. Bessere haben aber eben diesen Headroom und können auch komprimierte Musik entsprechend verzerrungsarm wiedergeben.
Ich persönlich bleib aber sowieso bei verlustfrei komprimiertem Material. Wenn man noch den guten alten Walkman mit Kassette im Hinterkopf hat, ist es schon gigantischer Luxus, wenn man mehrere Alben auf ein Mini-Gerät spielen kann. Es muss ja nicht immer gleich die gesamte Musiksammlung (einschließlich der aller Freunde und Bekannten) sein.
# hreith 2010-08-19 13:12
Hi Chaomaniac,

"Bei den Abspielgeräten gibt's dann halt diejenigen, die relativ schnell verzerren, also nach dem Wandler keinen relevanten Headroom mehr zur Verfügung stellen. Bessere
haben aber eben diesen Headroom und können auch komprimierte Musik entsprechend verzerrungsarm wiedergeben."
==>
nein, das Problem liegt nicht nach sondern vor dem Wandler !
Und bei der hier angewendeten Untersuchung wurde gar kein Wandler benutzt sondern rein das Digitalsignal untersucht.
Das Problem der "Interpolations fehler" liegt allein im begrenzten digitalen Wertebereich und tritt eben dann auf, wenn ein Zwischenwert diesen Bereich überschreiten müsste, es aber nicht kann.
# Chaomaniac 2010-08-21 23:40
Ich denke wir beide meinen das selbe.
Man kann es auch so ausdrücken, dass der Headroom im Wandler vorhanden sein muss.
Dass hier in der Untersuchung kein Wandler im Spiel war ist m.E. sogar ein Schwachpunkt davon.
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