Hochtöner

Omnes Audio T25H

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Preiswerter Kalotten-Hochtöner von OMNES AUDIO

 

BPA (Blue Planet Acoustic) aus Frankfurt schafft es mit ihrer "Hausmarke" OMNES AUDIO immer wieder gute Chassis für kleines Geld anzubieten. Neben dem Koaxialchassis CX3.1 und dem Tieftöner W8 Alu aus der 32M2 oder dem Tieftöner MW5.0Alu aus der 32M2-Sat gefiel uns auch der Breitbänder BB3.5, der Tief-/Mitteltöner Exclusive 8 und kürzlich der Subwoofer SW12Hex sehr gut.

"Übersehen" hatten wir bisher einen besonders preiswerten Kalotten-Hochtöner, den T25H. Die 25 mm Kalotte mit Waveguide wird für knapp 15 €/Stück angeboten - kann das was sein? Gerade bei Hochtönern kommt es bei der Fertigung auf geringe Toleranzen an, und da hapert es schon mal selbst bei teuren Hochtönern. Denn Qualitätskontrolle und möglicher Ausschuss kostet einfach.

Ob der OMNES AUDIO T25H die Quadratur des Kreises schafft klären wir in unserem ausführlichen Test mit insgesamt 4 Hochtöner.

 

Chassis-Datenblatt © www.hifi-selbstbau.de
So werden Lautsprecherchassis von HiFi-Selbstbau gemessen
Hersteller / Vertrieb: OMNES AUDIO Typ: T25H, 6 Ohm Datenblatt des Herstellers

Foto des Chassis


Der äußere Eindruck:

Von vorne sieht der T25H mit seinem kleinen Waveguide wie ein alter Bekannter aus - der MONACOR DT25N. Der "Motor" des T25H besteht - wie beim DT-25N - aus einer Neodym-Tablette, wodurch eine kompakte Bauform und ein geringes Gewicht erreicht wird.

Eine Markierung der Polarität sucht man auf dem Gehäuse und im Datenblatt des T25H leider vergeblich. Wie üblich ist aber der breitere Anschluss der Pluspol . . .


Membranfläche:   Außendurchmesser:
Innendurchmesser:
Plugdurchmesser:
-> Membranfläche Sd: 
31 mm
25 mm
0 mm
6.2 c
TSPs (Mittelwert und Streuung
von 4 Chassis. Anregung -12 dB):
 Resonanzfrequenz Fs
DC-Widerstand Rdc
Mechanische Güte Qms
Elektrische Güte Qes
Gesamtgüte Qts
Wirkungsgrad Eta (1m, 2.83V, Halbraum)
 907.7 Hz (+/-2.8%)
5.21 Ohm (+/-0.2%)
1.231 (+/-9.4%)
1.663 (+/-2.3%)
0.706 (+/-5.4%)
91.09 dB (+/-0.27)

Die TSP:

Die Chassis wurden vorher 24 Stunden eingerauscht.

Die Streuung der mechanischen Güte ist noch moderat. Bis hinunter zu 1250 Hz ist die maximale Abweichung der 4 Hochtöner jedoch < 0.3 Ohm = 4.0% und sollte demnach kaum ins Gewicht fallen. Von dieser Warte aus ist die Exemplarstreuung erfreulich gering.


Der Frequenzgang:

. . . verläuft auf Achse von 1.2 bis 20 kHz weitgehend linear mit leicht steigender Tendenz (Mittelwert 90.99 dB, maximale Abweichung eines Chassis bei einer 1/12-Oktave 2.50 dB, Standardabweichung +/- 0.95 dB). Selbst unter 15° wird bis 14 kHz über 90 dB erreicht.
Die Bündelung setzt ab ca. 3 kHz langsam ein, ab 5 kHz wird sie zunehmend größer. Ein "Constant Directivity"-Verhalten wird nicht erreicht. Der winkelgewichtete Schalldruck verläuft zwischen 1 und 2.5 kHz weitgehend linear und zeigt dann ein leicht abfallendes Verhalten von ca. 4 dB/Oktave.

Die Streuung der 4 Chassis ist im Nutzbereich (> 2 kHz) noch gering und in Anbetracht des Preises als gut zu bezeichnen.

Pseudorauschen > 1000 Hz (0°. 15°. 30°. 45°. 60°; MP3 42 kB)


Die Sprungantwort sieht fast aus wie aus dem Lehrbuch - nur nach ca. 0.06 ms (= Periodendauer bei 16 kHz) gibt es einen kleinen "Zacken". Dieser findet sich im Zerfallspektrum als leicht verzögertes Ausschwingen um 15 kHz wieder - allerdings auf niedrigem Niveau und damit völlig unkritisch.

Sprungantwort (Chassis 3, 48 cm. 0°)

Zerfallspektrum (Chassis 3, 48 cm. 0°)


Die Pegellinearität:

Bei einer Anregung von 2 bis 20 Volt (das entspricht einem mittleren Schalldruckpegel von 88 bis 108 dB in 1 m Abstand und einer Eingangsleistung von 0.67 bis 67 !!! Watt an der Nennimpedanz) sind bei Hochpass-Filterung (2 kHz, 12 dB/Oktave) nur in der letzten Pegelstufe Linearitätsfehler > 0.5 dB erkennbar: dies dürfte bereits thermische Kompression sein. Alle 4 Chassis zeigen fast auf den Pixel genau dasselbe Verhalten, ein erneuter Hinweis auf eine geringe Serienstreuung.


Der Klirrfaktor:

Die Klirrkomponente K2 fällt oberhalb von 2 kHz zunächst bis 4 kHz ab und steigt dann bis 10 kHz wieder auf den Wert von 3 kHz. ein weitgehend lineares Verhalten und steigt moderat mit dem Anregungspegel. Der unharmonische K3 verläuft oberhalb von 2 kHz weitgehend linear, das gilt auch für die höheren Klirrkomponenten K4 bis K8.

Bei einem mittleren Schalldruckpegel von 80 / 85 / 90 / 95 / 100 dB liegt K2 oberhalb von 2000 Hz im Mittel bei sehr geringen 0.081 / 0.137 / 0.237 / 0.404 / 0.680%. Für K3 gilt in diesem Bereich ein Mittelwert von sehr geringen 0.051 / 0.062 / 0.071 / 0.086 / 0.098%. Bei 100 dB mittlerem Schalldruckpegel (das entspricht einem Anregungspegel von 7.86 Volt an 5.21 Ohm = 11.9 Watt) steigen die übrigen Klirrkomponenten an, aber das Chassis kollabiert noch nicht. Alle 4 Chassis verhalten sich weitgehend ähnlich.

Nach unseren Untersuchungen (Klirrfaktor - wie viel ist zu viel?) wären K2 bis K7 im untersuchten Pegel- und Frequenzbereich selbst beim "schlechtesten" Chassis oberhalb von 1679 Hz unhörbar.

Klirrfaktor bei 80 bis 100dB/1m (Halbraum, 48cm)


HiFi-Selbstbau-Fazit:

Der OMNES AUDIO T25H sieht mit seinem kleinen Waveguide eher unscheinbar aus - weswegen er uns auch bisher nicht aufgefallen ist. Trotz eines UVPs von nur knapp 15 € liegen die Messdaten auf hohem Niveau und auch die Serienstreuung ist erfreulich gering. Der OMNES AUDIO T25H ist ohne Wenn und Aber ab 2 kHz einsetzbar und selbst dann - mit einem Hochpassfilter 2. Ordnung - kein Kind von Traurigkeit: der Klirrfaktor sieht bis 100 dB gut aus und beim Dynamiktest komprimiert er bis 107 dB kaum.

Damit ist er für viele Kombinationen ab 2 kHz geeignet - und das bei DEM Preis! "Nebenbei" ist er auch noch recht kompakt und bietet sich so auch für D'Appolito-Anwendungen an.

Kompletter Datensatz von 4 Chassis (Impedanz, Schalldruck, Bündelungsgrad und Schallleistung im OCT-Format, Klirrfaktor und komplexer Frequenzgang als TXT-Datei. ZIP, 111 kB)

 

Kommentare  

# Duesterwald 2019-04-15 09:02
Egal wie, egal was. Der T25 hat nur einen Fehler, er ist einfach zu billig, um entsprechend ernst genommen zu werden. Für meine universell einsetzbaren Gehäuse sind diverse Bestückungen gecheckt, seit einiger Zeit bediene ich mich nur noch der Produkte von Nick Baur. Den T25 hatte ich auch einfach übersehen, weil 15 Euro - was kann das sein. Pustekuchen, der kleine Schlingel macht einfach fast alles richtig, ist tief ankoppelbar und in einer Zweiwegekombina tion mit 6-Zöllern einfach umwerfend in der Performance. Wirklich Topp-Hochtonbes tückung für die schmale Mark. Die räumliche Darstellungfähi gkeit reicht bis in die Spitzenklasse.
# Theo 2019-04-15 09:59
Du hast Recht, man nimmt so manche Dinge einfach nicht ernst. Auch wir verfallen immer wieder mal in dieses Muster, obwohl wir es eigentlich besser wissen.

:-) Theo
# BluePlanet 2019-04-15 18:58
Hatte heute auch einen Anruf. Ich sollte den Hochtöner auf min. 25 Euro setzen...
Nick
# Duesterwald 2019-04-17 21:26
zitiere BluePlanet:
Hatte heute auch einen Anruf. Ich sollte den Hochtöner auf min. 25 Euro setzen...
Nick


Das muss ein ganz ordentlicher Blödmann gewesen sein. :-)
# Duesterwald 2019-04-17 21:24
zitiere Theo:
obwohl wir es eigentlich besser wissen.

:-) Theo

Hallo, Theo.
Nobody is perfect! Der läuft bei mir mit dem Loco 6.01 und dem Tangband W6 623. Der Tangband ist normalerweise mit dem Omnes AMT 60 verpaart. Die kleine Kalotte macht nichts schlechter und klingt sehr samtig, knackig und "rund". Ich habe die Möglichkeit, den 623 ohne Verluste auf 20 Hz. zu ziehen, -1 dB. Und da ist der Hochton eigentlich nicht mehr so superwichtig. Der Nick kennt die Performance meiner Spinnereien.

Der T 25 hat zwar eine niedrige Resonanz, aber 18-dB.-Filter tut ihm richtig gut. Aber auch die Tangband-Kalott e 25-1719 ist einer Betrachtung wert, die spielt noch in einer halben Liga drüber.

Falls wir uns nicht mehr lesen, schon mal frohe Ostern.

Karl-Heinz
# BluePlanet 2019-04-11 08:39
Danke für den Test. Ein klassisches OmnesAudio Produkt: gutes Hifi für kleines Geld.
Nick
# FabianRus 2019-04-11 08:33
Liest sich ja echt gut. Da ärgere ich mich ja fast, den TW030wa11 gekauft zu haben. Der ist, nach Messung auch erst sinnvoll ab 1,6khz einsetzbar....
# Duesterwald 2019-04-18 07:24
Fabian, wie ich oben schon anmerkte, am wohlsten fühlt er sich bei einer Ankoppelung bei 1800 bis 2200 Hz. mit 18 dB./Okt. Die 6-Zoll TMTs, die ich kenne, haben durchweg bis dahin die optimale Performance und richten nur marginal.
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