Hochtöner

Monacor DT-140

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Kalottenhochtöner mit Waveguide

Der MONACOR DT-140 fiel uns aus mehreren Gründen ins Auge:

  • er bringt sein Waveguide schon mit
  • er hat ein ungewöhnliches "Muster" auf dem Waveguide
  • er ist recht preiswert

Nachdem wir uns kürzlich von den akustischen Qualitäten des MONACOR SPH-174E überzeugen konnten wollen wir nun herausfinden, ob der MONACOR DT-140 ein möglicher Partner für eine preiswerte 2-Wege-Konstruktion ist.

Chassis-Datenblatt © www.hifi-selbstbau.de
So werden Lautsprecherchassis von HiFi-Selbstbau gemessen
Hersteller / Vertrieb: MONACOR Typ: DT-140, 4 Ohm Datenblatt des Herstellers

Foto des Chassis


Der äußere Eindruck:

Von vorne sieht der DT-140 mit seinem flachen Waveguide und dem "floralem" Muster - interessant und wertig aus.

Das ändert sich, wenn man ihn in die Hand nimmt, denn der DT-140 wiegt nur 93 Gramm. Warum das so ist sieht man von hinten: das 10 mm hohe Neodymmagnetchen hat nur einen Durchmesser von 32 mm und ist unter dem aufgesetzten sternförmigen Kühlkörper kaum zu erkennen. Aber wenn es funktioniert................


Die TSP

Membranfläche: Außendurchmesser:
Innendurchmesser:
Plugdurchmesser:
-> Membranfläche Sd:
32 mm
25 mm
0 mm
6.4 cm²
TSPs (Mittelwert und Streuung
von 4 Chassis. Anregung -12 dB):
Resonanzfrequenz Fs
DC-Widerstand Rdc
Mechanische Güte Qms
Elektrische Güte Qes
Gesamtgüte Qts
Wirkungsgrad Eta (1m, 2.83V, Halbraum)
1212 Hz (+/-0.6%)
3.10 Ohm (+/-0.0%)
1.750 (+/-18.3%)
1.634 (+/-7.2%)
0.839 (+/-9.9%)
92.21 dB (+/-0.38)

 

 

 

 

 

 

Die Chassis wurden vorher nicht eingerauscht.

Die Streuung der mechanischen Güte ist relativ hoch. Bis hinunter zu 2000 Hz ist die maximale Abweichung der 4 Hochtöner jedoch < 0.3 Ohm = 7.5% und sollte je nach Trennfrequenz und Filtersteilheit kaum ins Gewicht fallen.

Wenn man aus den TSPs den Frequenzgang berechnet ergibt sich folgende Streuung:

Auch hier setzen die Unterschiede erst unterhalb von 2000 Hz ein, allerdings zeigen sich auch hier schon Pegelunterschiede . . .


Der Frequenzgang:

. . . verläuft auf Achse von 1.5 bis 7 kHz weitgehend linear. Danach fällt der Frequenzgang bis 15 kHz zunächst leicht, darüber relativ steil ab (beides nicht untypisch für einen Hochtöner mit "kleinem" Waveguide). Zwischendurch gibt es auf Achse bei 8 kHz noch einen 2 kHz breiten und 2.5 dB tiefen Einbruch, der sowohl bei versenktem als auch bei nicht versenktem Einbau erkennbar ist.
Die Bündelung setzt ab ca. 3.5 kHz ein, zwischen 5 und 9 kHz wird - Dank Waveguide - nahezu "Constant Directivity"-Verhalten erreicht.

Die Streuung der 4 Chassis ist im Nutzbereich (> 2.5 kHz) noch gering und in Anbetracht des Preises als gut zu bezeichnen.

Pseudorauschen > 1000 Hz (0°. 15°. 30°. 45°. 60°; MP3 42 kB)

Chassis 1 wurde sowohl versenkt als auch nicht versenkt eingebaut:


-> auf Achse ist zwar ein leicht negativer Einfluss bei nicht versenktem Einbau erkennbar, der winkelgewichtete Schalldruck ist jedoch weitgehend identisch


Sprungantwort

Die Sprungantwort sieht fast aus wie aus dem Lehrbuch. Der Anstieg ist allerdings nicht sonderlich steil (= geringe obere Grenzfrequenz) und die Sprungantwort scheint mit einer Schwingung von ca. 8.5 kHz überlagert zu sein.
Das periodenskalierten Zerfallspektrum sieht ebenfalls gut aus - nur um 3.5 und 8.5 kHz dauert das Ausschwingen länger.

Sprungantwort (Chassis 1, 20 cm. 0°)

Zerfallspektrum (Chassis 1, 20 cm. 0°)


Die Pegellinearität:

Bei einer Anregung von 1 bis 10 Volt (das entspricht einem mittleren Schalldruckpegel von 83 bis 103 dB in 1 m Abstand und einer Eingangsleistung von 0.25 bis 25 Watt an der Nennimpedanz) sind bei Hochpass-Filterung (2 kHz, 12 dB/Oktave) nur ganz geringe Linearitätsfehler erkennbar.


Der Klirrfaktor:

Die Klirrkomponente K2 zeigt oberhalb von 2000 Hz ein weitgehend lineares Verhalten und steigt moderat mit dem Anregungspegel. Dasselbe gilt auch für den unharmonischen K3. Ab 95 dB steigen die höheren Klirrkomponenten K4 bis K8 deutlich an.

Bei einem mittleren Schalldruckpegel von 80 / 85 / 90 / 95 / 100 dB liegt K2 oberhalb von 2000 Hz im Mittel bei geringen 0.300 / 0.503 / 0.863 / 1.479 / 2.481%. Für K3 gilt in diesem Bereich ein Mittelwert von sehr geringen 0.081 / 0.091 / 0.096 / 0.103 / 0.229%. Bei 100 dB mittlerem Schalldruckpegel (das entspricht einem Anregungspegel von 6.94 Volt an 3.10 Ohm = 15.6 Watt) steigen die übrigen Klirrkomponenten an, aber das Chassis kollabiert noch nicht.

Nach unseren Untersuchungen (Klirrfaktor - wie viel ist zu viel?) wären K2 bis K7 im untersuchten Pegel- und Frequenzbereich oberhalb von 1334 Hz unhörbar.

Klirrfaktor bei 80 bis 100dB/1m (Halbraum, 20cm)

Selbst bei einem mittleren Schalldruckpegel von 100 dB streut der besonders kritische Klirrfaktor K3 nur gering, ein weiteres Indiz für eine geringe Serienstreuung:


HiFi-Selbstbau-Fazit:

Der MONACOR DT-140 sieht von vorne durch sein "verziertes" Waveguide und die glänzende Membran wertig aus. Er zeigt das typische Verhalten eines Hochtöners mit "kleinem" Waveguide (Abfall bei höchsten Frequenzen, gleichmäßiger seitlicher Pegelabfall ab 3.5 kHz). Auf Achse und unter 15° gibt es einen Einbruch bei 8 kHz, aber der winkelgewichtete Schalldruck fällt schön gleichmäßig ab. Um 3.5 und 8.5 kHz schwingt der DT-140 leicht verzögert aus, aber sowohl beim Klirrfaktor als auch beim Dynamiktest lässt er sich nichts zu Schulden kommen.

Die Streuung der 4 gemessenen Exemplare ist recht gering, was insbesondere in Anbetracht des moderaten Preises gefällt.

Der MONACOR DT-140 empfiehlt sich ab 2.5 kHz für 2- und 3-Wege-Systeme. Mit einem UVP von 36.90 € und einem Straßenpreis von ca. 23 € ist der MONACOR DT-140 definitiv ein Schnäppchen. Da liegt es nahe ihn mit einem anderen Schnäppchen zu einem preiswerten 2-Wege-System zu verheiraten, dem MONACOR SPH-174E. Dieses Projekt haben wir schon in Angriff genommen, das Holz ist schon zugesägt ;-)

Kompletter Datensatz von 4 Chassis (Impedanz, Schalldruck, Bündelungsgrad und Schallleistung im OCT-Format, Klirrfaktor und komplexer Frequenzgang als TXT-Datei. ZIP, 123 kB)

 

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