Breitbandchassis

Visaton B200

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So werden Lautsprecherchassis von HiFi-Selbstbau gemessen
Hersteller: VISATON Typ: B200, 6 Ohm Datenblatt des Herstellers

Foto des Chassis im Messraum

 


 

 

Membranfläche: Außendurchmesser:
Innendurchmesser:
Plugdurchmesser:
-> Membranfläche Sd:
180 mm
151 mm
0 mm
215.1 cm²
TSP aus Messung
mit Zusatzmasse 14.54 g
(Mittelwert und Streuung
von 2 Chassis):
Resonanzfrequenz Fs
DC-Widerstand Rdc
Mechanische Güte Qms
Elektrische Güte Qes
Gesamtgüte Qts
Effektive bewegte Masse Mms
Äquiv. Luftvolumen Vas
Kraftfaktor BL
Wirkungsgrad Eta (1m, Halbraum, 2.83V)
46.5 Hz (+/-5.9%)
5.1 Ohm (+/-1.1%)
10.6 (+/-1.6%)
1.09 (+/-6.8%)
0.99 (+/-6.3%)
10.2 gr (+/-2.5%)
75.3 dm³ (+/-9.2%)
3.74 N/A (+/-1.2%)
92.3 dB (+/-0.03)

Pseudorauschen > 200 Hz (0°, 15°, 30°, 45°, 60°; MP3 43 kB)

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Sprungantwort 20cm


Zerfallspektrum 20cm


Klirrfaktor bei 85 - 95dB/1m (Halbraum)

 


Kompletter Datensatz beider Chassis (Impedanz, SPL und Klirrfaktor; OCT-Format, ZIP, 37 kB)


Unsere Meinung:
  • Der äußere Eindruck:
    Der VISATON B200 ist ein moderner Klassiker: eine klassische Papiermembran mit klassischer Faltensicke in einem modernen Alu-Druckgusskorb. Optisch und von der Verarbeitung ist der B200 eine Augenweide. Das kann man auch schon auf dem Hersteller-Datenblatt bei der rotierenden Ansicht sehen.

     

  • Die Konstruktion:
    Der Alu-Druckgusskorb hat eine breite Auflagefläche und wird mit 6 Schrauben auf der Schallwand befestigt. Der Bereich hinter der Zentrierspinne ist großzügig belüftet, was eine hohe mechanischen Güte Qms unterstützt. Die leichte, stark gekrümmte NAWI (Nicht AbWIckelbare) Papiermembran verzichtet zur Hochtonwiedergabe auf einen Schwirrkonus und eine dämpfende Beschichtung.
    Beim Antrieb wurde alles getan, um die bewegte Masse möglichst klein zu halten. Ziel war vor allem eine ausgewogene Höhenwiedergabe ohne Schwirrkonus. Die 25mm "kleine" Schwingspule ist nur 4 mm hoch, bewegt sich aber in einem 8 mm hohen Luftspalt, so dass sich näherungsweise ein linearer Hub von +/- 2 mm ergibt. Das hätte man mit einer 8 mm Spule in einem 4 mm Luftspalt auch billiger haben können, wäre aber die schwerere Lösung gewesen. Die Energie im 8 mm hohen Luftspalt ist bei gleichem Magnet allerdings geringer als beim 4 mm Luftspalt. Um das zu kompensieren muss man entweder einen stärkeren Magneten verwenden oder den Luftspalt enger machen. Beides kostet unglücklicherweise Geld. Aber hier wollte man das maximal Mögliche aus dem Konzept kitzeln, da musste der Rotstift in der Schublade bleiben.

     

  • Die TSP:
    Von den Messdaten her überzeugt zunächst einmal der hohe Referenz-Wirkungsgrad von 92.3 dB/2.83V/m. Die hohe Gesamtgüte von 0.99 schränkt die möglichen Einbauvarianten stark ein. Als Alternativen zum guten, alten geschlossenen Gehäuse bleiben eigentlich nur noch Open Baffle, Transmission Line und Kontrollierte Undichtigkeit. Generell ist der B200 kein Basswunder. Im 50 Liter geschlossenem Gehäuse ergibt sich ein Qtc von etwa 1.5 und ein Fc von etwa 71 Hz. Der -3 dB Punkt liegt zwar bei 50 Hz, aber bei 80 Hz gibt es eine Überhöhung von 4 dB.

  • Der Frequenzgang:
    Der Frequenzgang verläuft bis etwa 400 Hz gerade, hat dann eine leichte "Delle" von gut 2 dB bei 600 Hz, steigt dann kontinuierlich bis 2 kHz um fast 10 dB an. Den dortigen Wirkungsgrad von fast 100 dB/2.83V/m hält der B200 selbst unter 15° bis 10 kHz, bricht dann aber deutlich ein. Der Verlauf zwischen 2 und 10 kHz weist mehrere kleinere Resonanzen auf, von denen aber keine deutlich aus der Schwankungsbreite von +/- 1.5 dB hervortritt. Ohne eine passende Entzerrung ist der B200 nicht als Breitbänder einzusetzen. Dank des relativ gleichmäßigen Schalldruckverlaufs fällt die benötigte Entzerrung jedoch recht einfach aus: eine Spule (1.0 - 1.5 mH) mit parallelgeschaltetem Widerstand (6.8 - 10.0 Ohm) in der Signalleitung dürfte in den meisten Fällen ausreichen! Das Rundstrahlverhalten ist bis ca. 4 kHz relativ gleichmäßig und entspricht der Membrangröße. Darüber zeigt sich bei 30, 45 und 60° eine Resonanz um 10 kHz.

     

  • Der Klirrfaktor:
    Bei einem Referenz-Schalldruckpegel von 85 dB liegt K2 (K3) im Bereich von 70 bis 7 kHz im Mittel bei 0.67% (0.27%). Bei einem Referenz-Schalldruckpegel von 95 dB betragen die Werte 1.97% (K2) bzw. 0.57% (K3). Wegen des Einbruchs der Grundwelle um 500 Hz zeigt der Klirrfaktor dort eine Spitze. Die K3-Spitze bei 3.3 kHz passt zur Membranresonanz bei 10 kHz.

     


HiFi-Selbstbau-Fazit:


Der VISATON B200 ist kompromisslos aufgebaut und lotet damit das Machbare im Bereich der 20er Breitbänder aus. Der Schalldruckpegel ist zwar nicht linear, kann aber relativ einfach passiv entzerrt werden. Der Wirkungsgrad ist dann mit ca. 92.3 dB/2.83V/m immer noch relativ hoch. Selbst bei einem Referenz-Schalldruckpegel von 95 dB bleibt der Klirrfaktor oberhalb von 70 Hz in Grenzen.

Bei so hohen Pegeln sollte man den B200 aber entsprechend entlasten, sei es durch einen Subwoofer (Solo20) oder durch die Verwendung als Mittel-/Hochtöner (s. TwoAndOne)

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